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Gesetzlich festgelegte Stellenschlüssel in der Krankenpflege

Einführung von Stellenschlüsseln in der stationären Krankenpflege durch eine gesetzliche Vorgabe. Der Stellenschlüssel soll sich am Pflegeaufwand der Patientinnen orientieren.
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Begründung

Patientinnen und Patienten haben einen individuellen Pflegebedarf, der bei der Aufnahme in einem Krankenhaus durrch die Pflegeanamese von den zuständigen Pflegekräften festgestellt wird. Zugleich wird eine Pflegeplanung und ein Pflegeziel festgelegt.

Der Pflegebedarf kann unter zuhilfenahme bereits eingeführter Methoden ermittelt werden. Die "Pflege Personal Regelung" kurz PPR von 1992 bietet noch immer eine erstaunlich gute Grundlage dafür. Durch eine gemeinsame Initiative von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Deutschen Pflegerat und der Gewerkschaft ver.di ist diese Ermittlungsgrundlage überarbeitet und an gültige Pflegestandarts angepasst worden. So entstand die PPR 2.0

Gemessen an diesem Standart wird seit vielen Jahren bundesweit in nahezu allen Kliniken mit viel zu wenig Personal gearbeitet und es kann somit auch den Ansprüchen des Pflegebedarfs keinesfalls entsprochen werden. Ich behaupte sogar, dass unsere Pflegkräfte oftmals gezwungen sind gefährliche Pflege zu praktizieren. Sehr viele Pflegekräfte können dies nicht aushalten, werden krank und/oder verlassen den beruf. Die Folge ist der eklatante Pflegekräftemangel, den Niemand bestreiten wird.

Als Beleg für den Zustand in den Kliniken verweise ich auf einen Artikel, der in der Berliner Zeitung erschienen ist ("Station 37 ist überall"). Die Datengrundlage habe ich auf einer unfallchirurgischen Station im Klinikum Neukölln ermittelt. Eine Verallgemeinerung konnte ich durch gleichartige Untersuchungen auf anderen Stationen über längere Zeiträume belegen.

Eine Personalausstattung mit der Hälfte der erforderlichen Krankenpflegekräfte war eher die Seltenheit. Ausstattung zwischen 30 und 40 Prozent waren der Normalzustand. An manchen Tagen waren so wenig Pflegekräfte auf den Stationen, dass nur zwischen 20 und 30 Prozent des erforderlichen Personals vor Ort war und damit natürlich, auch bei aller Anstrengung der einzelnen Pflegekräfte, eben nur 20 bis 30 Prozent der notwendigen Pflege geleistet werden konnte. Dies ist gefährliche Pflege.

Ich bin darüber hinaus davon überzeugt, dass durch eine ordentliche, bedarfsgerechte Ausstattung mit Pflegepersonal, den Auswirkungen einer Pandemie weit besser hätte begegnet werden können. Leben hätte gerettet werden können und Langzeitschäden wären weniger häufig aufgetreten oder hätten mindestens besser behandelt werden können.

Zuletzt möchte ich noch auf meinen Artikel auf der Seite der Rosa Luxemburg Stiftung zur Geschichte des Pflegenotstands verweisen - "Personalnot im Krankenhaus: Warum gegen die jahrzehntelange Misere nur eine neue Personalbemessung hilft"

Wer sich noch intensiver mit der Thematik befassen möchte kann sich gern an mich wenden und entsprechendes Material von mir bekommen.


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