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Trennung von Kirche und Staat

Nicole Finkernagel Nicole Finkernagel  •  2021-04-12  •    55 Kommentare  • 

Ich spreche mich dafür aus, dass Religion Privatsache ist. Weder in Schulen noch sonstwo im öffentlichen Raum haben religiöse Zeichen etwas zu suchen. Persönlich lehne ich auch das Tragen eines Kopftuch in der Öffentlichkeit ab. 

Kommentare (55)


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  • JJK

    Der konfessionelle Religionsunterricht an Schulen hat zwar historisch gesehen auch eine gute Seite, nämlich dass die Kinder aus der Kirche geholt werden und in der Schule in einem allgemeinen, wissenschaftsbasierten Kontext unterrichtet werden. Dadurch wird religiöse Abschottung erschwert. Besser wäre ein konfessionsfreies Unterrichts-Pflichtfach für alle einzuführen, worin Religion, Ethik, Philosophie und Weltanschauungen wissenschaftsbasiert betrachtet werden. Nur ein gemeinsames Fach kann eine gemeinsame Verständigungsgrundlage für neue Generationen schaffen.
    Der öffentliche Raum sollte weltanschaulich neutral sein. Aber trotzdem darf eine Kirche oder Moschee auf ihrem Grundstück stehen und sichtbar sein. Trotzdem darf eine Person eine Kette mit einem Kreuz oder ein Kopftuch tragen, auch wenn sie im öffentlichen Raum unterwegs ist. Nur in öffentlichen Funktionen wie Schule, Verwaltung, Gerichtswesen muss weltanschauliche Neutralität gewahrt werden.

    • Nicole Finkernagel
      Nicole Finkernagel  •  Verfasser  •  2021-04-12 12:41:28

      Das würde ich durchaus so unterschreiben

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      • Rolando

        Was machen wir mit Kopftüchern die das Gesicht zum großen Teil verbergen bzw. eine Erkennung der Person stark erschweren? Von Burkas ganz zu schweigen. Wo ziehen wir die Grenze?

        • JJK

          Das ist Privatsache. Die Grenze ist mMn, ist jemand privat unterwegs oder an einem privatwirtschaftlichen Arbeitsplatz tätig - oder übt jemand ein öffentliches Amt aus? Politische Forderungen in dieser Richtung halte ich für brandgefährlich. Was wir nur machen können, ist Bildung und Frauenrechte stark machen. Und hoffen. Der Umschwung muss dann von diesen selbst kommen. Sobald sie das selber wollen, können wir uns für ihre Frauenrechte 2.0 mit einsetzen. Dann würde ggf. auch Polizeischutz nach Art eines Zeugenschutzprogrammes oder Aussteigerprogrammes nötig werden. Also: Gute, aufgeklärte Bildung für die junge Generation. Die muss es sich dann gegen den Widerstand der Alten erkämpfen.

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          • Solidaria

            Derzeit sind wir doch auch "verschleiert" durch FFP2 Masken verm(/st)ummt.

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          • Manfred E aus F

            Zur zeit ist ein teil der regierung "christlich". Deine partei ist somit NICHT "weltanschaulich neutral". Was nun?

            • JJK

              Das ist ganz sicher nicht meine Partei (ich wähle DKP)! Größtenteils handeln die C-Parteien auch rein gar nicht so, dass man es irgendwie als "christlich" interpretieren könnte. Parteien sind Tendenzvereine. Es dürfen sich auch (Pseudo-)Religiöse zusammenschließen, weil sie sonst als Gläubige bzw. Religionsgemeinschaft diskriminiert würden. Was ich kritisiere, ist die Tatsache, dass Angestellte in "Tendenzbetrieben" weniger Rechte haben als bei weltanschaulich neutralen Unternehmen.

              • Manfred E aus F

                SORRY! weiter unten habe ich mich berichtigt und klargestellt das es nicht "deine" pertei sondern "diese" partei heißen soll!!!
                Auch wenn die partei nicht wirklich christlich IST, sie nennt sich so.
                Auch viele die ein kopftuch tragen sind eigentlich keine muslimas, viele die ein kreuz an der halskette tragen sind nicht christlich.
                Nochmal: wenn ich an etwas glaube (im privaten), was hier als religion bezeichnet wird, wie soll ich das aus meinem handeln heraus halten? Egal wo ich arbeite. Wenn ich der meinung bin, alle menschen sollen brüder (schwestern) werden, wie soll ich mich dann bei meiner arbeit z.b. im sozialamt verhalten?

                • JJK

                  Ach so, okay, dann is ja gut! :-) Was ich meine oder glaube, kann ich nicht in meine Arbeit einfließen lassen. Wenn ich Richter bin, muss ich mich an die geltenden Gesetzestexte des Staates halten, in dem ich richte, nicht an Bibel oder Koran. Sonst muss ich abgesetzt werden. Im Sozialamt muss ich mich ans SGB halten, nicht an die Veden oder das Daodejing. In einem säkularen Staat können religiöse Menschen leben, aber wenn sie in offizieller Funktion handeln (alle hoheitlichen Aufgaben), müssen sie sich an die säkularen Gesetze und Verordnungen halten. Die Verwaltung und alle die darin arbeiten, richten sich nach den Gesetzen. Für uns könnte hier eher interessant sein, wie es zu welchen Gesetzen kommt, und warum alte Privilegien noch immer geschützt werden. Leider ist Deutschland kein wirklich säkulares Land.

                  • Manfred E aus F

                    Das strafgesetzbuch gibt einen rahmen vor, freiheitstrafe von - bis ... Wenn ich nun (irgendeinem) glauben zugehörig bin, werde ich diesen rahmen in der einen oder anderen richtung nutzen.
                    Das das säkulare das entscheidende ist, bezweifele ich. Vielmehr denke ich, das extremismus aus entscheidungen heraus gehalten werden sollte. Auch bibel und koran lassen SEHR viel raum für entscheidungen. Sie können so oder so ausgelegt werden. Nebenbei: deswegen sträuben sich mir jedes mal die haare wenn jemand von "dem wahren christentum" oder "dem wahre islam" fabuliert.
                    Meiner meinung nach wird es erst fatal wenn ich mein handeln nach irgendwelchen extremen richte; ob nun dieser oder jener glaubensrichtung oder auch weltanschauung nach.

                    • Manfred E aus F

                      Zusatz:
                      Ebenso wie du bin ich SEHR verärgert darüber, das es privilegien gibt!
                      Daher sollte (wie ich bereits geschrieben habe) die ORGANISATION kirche verboten werden! Der glaube ist mir egal. Aber bei der organisation kirche geht mir der hut hoch!!!

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                      • JJK

                        Berufsverbote für mehr oder weniger Gläubige sind auch keine Lösung. Außerdem gibt es nicht nur Religionen, sondern auch Ideologien, die dann verboten werden müssten. Jeder, der in einer öffentlichen Institution arbeiten will, muss ein Gelöbnis auf das Grundgesetz ablegen. Es gibt auch unter Richtern Gutmütige und Hardliner. Der Ermessensspielraum steckt den Rahmen ab. Alles darin gilt als rechtmäßig, es sei denn, es wird von einer höheren Instanz aufgehoben. Wenn ich bei "Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren" die vollen 2 Jahre aufgebrummt bekomme, ist es eben so. Wichtig ist dabei, dass mir weder Scheiterhaufen noch Steinigung blühen können, weil selbst superfromme Richter zu exakt 100,00 % anhand der geltenden Rechtsnormen entscheiden müssen.

                        • Manfred E aus F

                          Berufsverbote wegen glauben waren mir nie im sinn! Weiter oben habe ich ja auch ideologien genannt; ich hab eben weltanschauung geschrieben. Ich glaube wir sind eigentlich einer meinung. Denn scheiterhaufen oder ähnliches sind ja extreme.
                          Also ob jemand seinem glauben nach handelt, ist für mich weniger entscheident. Wichtig ist mir, das keine extreme ansichten dabei eine rolle spielen!
                          Weiter unten hast du ja treffende beispiele genannt, die nichts mit glauben zu tun haben:
                          schutz vor strafverfolgung bei kindesmißbrauch,
                          umfangreiche finanzierung religiöser organisationen durch ausländische geldgeber.
                          Derartiges müßte verboten werden.
                          Auf keinen fall möchte ich mich in den glauben von personen mischen!!!
                          Ob eine richterin ein kopftuch trägt, ob der sik seinen turban trägt (als richter) oder ähnliches, das ist mir völlig wurscht. Er muß sich im rahmen der geltenden gesetze bewegen. DAS ist mir wichtig!

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            • Hans aus R

              Kirche gehört vom Staat vollständig getrennt. Die Kirchen sollten als das behandelt werden, was sie eigentlich sind. Nämlich gigantische Wirtschaftsunternehmen mit Gewinninteressen. Die Kirchensteuer gehört abgeschafft. Es kann keine Steuer geben, die zum Vorteil von wenigen privaten Unternehmen existiert und staatlicherseits eingezogen wird. Kirche muss sich selbst finanzieren, und hat sich selbstverständlich auch der weltlichen Gerichtsbarkeit zu unterstellen. Religion ist Privatsache.

              • Gabi

                Richtig! Kirchensteuer gehört abgeschafft. Ganz besonders abgeschafft gehört die Unart, dass der besserverdienende Ehepartner, der einer freien Religionsgemeinschaft angehört, die Kirchensteuer für seinen schlechter verdienenden Ehepartner zahlen muss.

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              • JJK

                Was aufhören muss ist z.B. der Schutz vor Strafverfolgung bei Kindesmissbrauch, konfessionelle Einschränkung der Freiheit der Wissenschaft in der Ausbildung von Geistlichen, umfangreiche Finanzierung religiöser Organisationen durch ausländische Geldgeber, fortdauernde Entschädigungszahlungen des Staates an die Kirchen aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803, staatliche Mitfinanzierung kirchlicher Sozial- und Gesundheitseinrichtungen, Grundrechtseinschränkungen für Arbeitnehmer bei der Kirche als Tendenzbetrieb-Arbeitgeber, Lobbyismus in ethischen Fragen, z.B. Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen und Sterbehilfe, selbstverständlich auch Mädchenbeschneidung und Kinderehen.

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                • Faulkater

                  Wichtig wäre es zuerst, die Kirchen und Religionsgemeinschaften förmlich vom Staat zu trennen:
                  - Aufhebung des Sonderstatus, Kirchen und Religionsgemeinschaften sollten unter Vereinsrecht fallen (meinenthalben auch gemeinnützig)
                  - Kein Religionsunterricht mehr in staatlichen Schulen, dafür Ethik- und Religionskunde-Unterricht für alle.
                  - Kein Einzug der Kirchensteuer mehr durch das Finanzamt.
                  - Staaliche Zahlungen an die Kirchen nur noch mit Zweckbindung (z.B. gemeinnützige Zwecke, Denkmalschutz).
                  - Keine religiöse Symbolik in staatlichen Gebäuden (Schulen, Behörden, Gerichte...) und bei Amtspersonen.
                  - Lärmschutzregeln für "religiösen Lärm" (z.B. Kirchenglocken, Muezzin-Rufe).

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                  • N.

                    Ich bin auch für die Trennung von Religion und Staat.
                    Da aber Religion in der Tat eine sehr private Angelegenheit ist, muss es jedem selbst überlassen werden wie er sich privat "schmückt"

                  • Jana

                    Religion muss dringend vom Staat getrennt werden. Das gilt auch für die öffentlich rechtlichen Sender. Diese ganzen Gottesdienste in der ARD oder im Deutschlandfunk, die wir mit unseren GEZ-Gebühren auch noch finanzieren, halte ich für völlig überholt. Alle anderen Punkte wie die Abschaffung der Kirchensteuer, Religion raus aus den staatlichen Schulen und der Verwaltung wurden schon genannt. Weiterhin bin ich der Auffassung, dass jeder und jede sich in seinem/ihrem privaten Umfeld gerne religiös nach seinem/ihrem gut Dünken ausleben darf. Meinetwegen kann man sich auch einen eigenen Gott schaffen und sich, um ihn zu ehren mit Besteck schmücken, solange man damit nicht andere belästigt und sie zwingt sich ebenfalls mit Kuchengabeln zu behängen.

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                    • Jochen T. aus Südhessen

                      Sollte der Staat nicht endlich die Milliarden Reparationsleistungen den Kirche aus dem 30Jährigen Krieg abstellen?
                      Die Kirchen werden offensichtlich von den Christparteien bezahlt um nicht gegen die heutige Politik zu aufzubegehren und die 10Gebote einhalten zu müssen.

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                      • Manfred E aus F

                        Übrigens: katholische nonnen tragen auch eine art kopftuch. Ebenso wie gläubige jüdinnen.
                        Wer darf jetzt im "öffentlichen raum" eine kopfbedeckung tragen und wer nicht?

                      • Subculture

                        Ich möchte niemanden im öffentlichen raum verbieten ein Kopftuch oder andere Religiöse/kulturelle KLeidung zu tragen. Kirche und staat trennen ja, aber wer mit kopftuch in die schule gehen möchte sollte das unbekümmert tun können.

                        • bierbrauer

                          Ich biete eine einfache Lösung an: Schuluniformen; denn das Tragen von Nike, Lacoste, Benneton oder sonst einem kapitalistischen Symbol zur Verdummung und Vermarktung ist im Grundsatz viel anrüchiger, als es die Kopftücher sind. Jeder Staat legt seine Uniformen selber fest, durch Mehrheitsbeschluss seiner Bürger.

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                          • Faulkater

                            Wie ich ja schon geschrieben habe, gibt es verschiedene Gründe, ein Kopftuch zu tragen. Es wäre aber gut, wenn man die Fälle herausfiltern (und auch entsprechend ahnden) kann, wenn eine Frau das Kopftuch gegen ihren Willen, oder zu ihrem persönlichen Schutz tragen muss.

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                          • Nicole Finkernagel
                            Nicole Finkernagel  •  Verfasser  •  2021-04-18 11:51:22

                            Ich möchte mich für einen säkularen Staat einsetzen,es gibt ja auch säkulare Flüchtlinge, die in arabischen Ländern verfolgt werden. Denen gilt es, Asyl zu geben.